queerNB widerspricht BfN: Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten gehört auf Schulwege und in Schulen

Auf seiner Facebook-Seite kritisierte Tim Großmüller, Mitglied in der Fraktion Bürger für Neubrandenburg (BfN), heute eine Aufklärungskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) über sexuell übertragbare Infektionen. „[S]owas gehört an keinen Schulweg!!!!“, skandiert Großmüller. Weiter schreibt er, dass in den letzten Tagen viele Bürger der Stadt auf ihn zugekommen seien und ihrer Wut Ausdruck verliehen hätten. Dabei bezieht sich die Kritik wohl neben dem Motiv auch auf den Ort des Plakats: Der Schulweg zu Sportgymnasium, IGS und EVA. „Das sind also die neuen Leitbilder für die Kinder der Stadt Neubrandenburg“, schreibt Großmüller abschließend.

queerNB: „Solche Plakate gehören nicht nur auf den Schulweg, sondern auch in die Schulen“

Der Vorstand des Vereins queerNB widerspricht Großmüller deutlich: „Solche Plakate gehören nicht nur auf den Schulweg, sondern auch in den Unterricht weiterführender Schulen. Jugendliche müssen in der Schule über Sexualität aufgeklärt werden, um etwa Wissen über sexuell übertragbaren Krankheiten zu erwerben und sich entsprechend schützen können. Wer dieses Thema in die Schmuddelecke schiebt, leistet der Gesundheit junger Menschen einen Bärendienst“, so Marcel Spittel, Vorsitzender des Vereins. Dass Großmüller im Subtext seines Posts auch die auf dem Motiv dargestellte Homosexualität kritisiert, weist Spittel zudem als einseitige Darstellung zurück. Zu dieser Kampagne zählen weitere Motive, auf denen neben gleichgeschlechtlichen Paaren auch gemischtgeschlechtliche Paare zu sehen sind. Daneben gibt es auch Motive, auf denen nur eine einzelne Person erkennbar ist. Auch diese Motive sind an verschiedenen Standorten in der Stadt zu sehen. „Wir begrüßen es, dass diese Kampagne auch gleichgeschlechtliche Paare zeigt. Denn nach wie vor sind Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Personen (LSBTI) in den Medien unterrepräsentiert, wie mehrere Studien belegen.“

BfN profiliert sich weiterhin queerfeindlich

Mit Großmüllers Statement verhält sich erneut ein Mitglied der BfN offen queerfeindlich, während die gewählten Stadtverteter*innen der Fraktion bereits in der Vergangenheit mit ihrem Votum gegen das Hissen der Regenbogenflagge vor dem Rathaus auffielen.

Hintergrund zum Plakatmotiv

Auf dem Werbeplakat am Divi-Parkplatz sind zwei oberkörperfreie, männlich gelesene Personen zu sehen, die ihre Körper aneinanderschmiegen. Beide tragen Unterwäsche, wobei die Hand des einen auf der Unterhose des anderen liegt. Auf der Website der BZgA heißt es dazu: „Die ,Hautnah‘-Kampagne motiviert sexuell aktive Menschen, sich selbst zu schützen und auf den Schutz von Partnerinnen und Partnern zu achten. Gleichzeitig empfiehlt sie, sich bei Anzeichen auf eine sexuell übertragbare Infektion testen zu lassen.“

Bild: (c) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

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