Polizei zeigt sich gesprächsbereit

Nach dem vermutlich homophoben Angriff auf den Vorsitzenden unseres Vereins vor knapp zwei Wochen, hatte das Polizeipräsidium Neubrandenburg schnell Fehler bei der Annahme des Notrufs eingeräumt. Verunsicherung innerhalb der queeren Community war die Folge: Wie konnte es zu diesem Fehler kommen? Wie ist es um die Sicherheit von queeren Personen in Neubrandenburg bestellt? Unser Verein stellte diese und weitere Fragen dem Polizeipräsidium Neubrandenburg. Daraufhin kam es am 4. April zu einem Gespräch mit Hanno Lüders, Ansprechpartner für Opfer von homo- und transphober Gewalt, Tino Peisker, Leiter des zuständigen Einsatzdezernats, Nicole Buchfink von der Pressestelle des Polizeipräsidiums sowie Vertreter*innen unseres Vereins.

Peisker versicherste dabei, dass er sich den Notruf mehrfach angehört und ein intensives Gespräch mit dem Beamten geführt habe, der das Telefonat angenahm. Ihre Aufgabe, den Bürger*innen zu helfen, hatte die Polizei in diesem komplett verfehlt, so Peisker. Als Grund für das Fehlverhalten des Beamten nannte Peisker Stress und betonte zugleich, dass der Beamte sich dafür ausdrücklich entschuldige. Auch die Aussage, dass zum Tatzeitpunkt keine freien Kräfte verfügbar waren, wies Peisker zurück. Für ihn sei es selbstverständlich, dass die Polizei in einem solchen Fall schnell helfen müsse.

Lüders erläuterte zudem, dass der Polizei keine Erkenntnisse darüber vorliegen, dass die Tat gezielt geplant war. So sei auch weiterhin nicht mit gezielten Angriffen auf queere Personen in Neubrandenburg zu rechnen. Mit Blick auf die vergangenen Jahre verwies Buchfink zudem darauf, dass es vergleichbare Taten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums nicht gegeben habe.