Städtepartnerschaft: Neubrandenburger*innen beim Marsch für Gleichberechtigung in Koszalin dabei

„Liebe! Kein Krieg“ Unter diesem Motto demonstrierten am 2. April etwa 200 Menschen in Koszalin, Neubrandenburgs polnischer Partnerstadt. Daran nahmen auch mehrere Mitglieder des Vereins queerNB teil.

Ursprünglich sollte der Marsch für Gleichberechtigung, vergleichbar mit den Demos anlässlich des Christopher-Street-Days in Deutschland, unter einem anderen Motto stehen. Doch der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine rückte die dortige Menschenrechtslage in den Vordergrund.

Im Jahr 2019 gab es in Koszalin, genau wie in Neubrandenburg, erstmals einen Demonstrationszug für die Rechte sexueller und geschlechtlicher Minderheiten. Von Anfang an stehen LSBTIQ*-Aktivist*innen in den beiden Städten im Austausch. Im vergangenen Herbst fuhren Mitglieder des Vereins queerNB dann erstmals zur Demo nach Koszalin.

„Während die CSDs in Deutschland überwiegend friedlich verlaufen, ist die hohe Polizeipräsenz in Polen für mich bedrückend. Neben der rechtlichen Lage ist Queerfeindlichkeit in der polnischen Gesellschaft noch stärker verwurzelt als bei uns“, so Marcel Spittel, Vorsitzender des queerNB e. V.

In seiner Rede während der Demo sagte Spittel: „Zwar werde queere Menschen nicht aktiv durch den ukrainischen Staat verfolgt, jedoch ist auch die ukrainische Gesellschaft nicht frei von Queerfeindlichkeit. Mit der Invasion der russischen Truppen änderte sich das. So gibt es Hinweise über Deportations- und Todeslisten der russischen Regierung, auf welchen Namen von prominenten ukrainischen LSBTIQ*-Aktivist*innen stehen.“

Während die Koszaliner LSBTIQ*-Aktivist*innen bislang keine Unterstützung durch ihren Bürgermeister erhalten, betonte Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) mit einem Statement auf Facebook: „Demokratie lebt von Akzeptanz und Verständnis. Wir erleben gerade in diesen Tagen, wie wichtig Dialog und Austausch sind, damit eine Gesellschaft funktioniert. Daher freue ich mich, dass in unserer polnischen Partnerstadt die Menschen für diese Werte demonstrieren und gemeinsam mit uns Neubrandenburgern auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Share via
Copy link
Powered by Social Snap