CSDMeldung

„Vielfalt tut gut.“ – CSD Rostock gibt Motto für 2024 bekannt

„Vielfalt tut gut.“ ist das Motto des Rostocker Christopher Street Days in diesem Jahr. Das gab der Verein bei einer Kick-off-Veranstaltung im Warnow Valley Lab bekannt. Die Ähnlichkeit zum Landesslogan sei dabei ganz bewusst gewählt, verrät die Vorsitzende des Vereins, Frieda Kopp:

„Mecklenburg-Vorpommern hat sich vor Jahren den Slogan ‚MV tut gut.‘ gegeben und wirbt für sich als ‚Land zum Leben‘. Wir verstehen das auch als Versprechen der Regierung an die Menschen des Landes, sich für deren Schutz und für gleichwertige Lebensverhältnisse einzusetzen. Angesichts der steigenden rechtsextremen Gewalt und insbesondere der Gewalt gegen queere Menschen in Deutschland und MV bekommt dieser Slogan jedoch häufig einen bitteren Beigeschmack. Wir wollen die Landesregierung deshalb daran erinnern, dass MV nicht ohne seine Menschen und nicht ohne Vielfalt gut tut. Wenn das Land diesem Anspruch gerecht werden will, dann erwarten wir ein deutliches Engagement gegen queerfeindliche Gewalt, gegen rechtsextreme Angriffe und für eine starke und offene Gesellschaft“, so Kopp.

Im Januar hatte der CSD-Verein – zusammen mit 19 weiteren Vereinen im Land – Ministerpräsidentin Schwesig in einem offenen Brief dazu aufgefordert, juristische Schritte gegen die AfD einzuleiten und entsprechende Maßnahmen zu prüfen. Als Bundesratspräsidentin hatte Schwesig Anfang des Jahres eine Petition zur Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die Partei entgegengenommen. Dazu Kopp:

„Wir sehen einen ganz klaren Zusammenhang zwischen den gezielten Entgleisungen der AfD gegen Minderheiten und der massiv steigenden Gewalt gegen queere Menschen. Mit unserem Brief an die Ministerpräsidentin verbinden wir daher auch die Forderung: Machen sie etwas gegen den Rechtsextremismus im Land! Frau Schwesig hat bei der Übergabe der Petition versprochen, diese sehr ernst zu nehmen – das hat uns gefreut.“

Abzuwarten sei jedoch noch das Urteil des OVG Münster, ob die AfD bundesweit als Verdachtsfall geführt werden darf. „Wir beobachten den Prozess sehr genau“, sagt die Rostocker CSD-Vorsitzende.

Zum Kick-off im Rostocker Warnow Valley Lab resümiert Franko Wegner, ebenfalls Vorstandsmitglied beim CSD Rostock e.V.:

„Ich bin froh, dass heute so viele verschiedene Vereine, Initiativen und Gruppen zugegen waren und mit uns an einem Strang ziehen. Das zeigt, dass die zivilgesellschaftlichen Strukturen in Rostock zusammenhalten und die queere Community unterstützen. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir zusammen viele Aktionen und Veranstaltungen auf die Beine stellen und auch der Christopher Street Day im Juli wird viele Perspektiven unserer Freundinnen und Partnerinnen abbilden. In unserem Gesamtkonzept wollen wir Vielfalt authentisch darstellen und zeigen:
Rostock und MV sind vielfältig! Von der AfD lassen wir uns dabei nicht einschüchtern.“

Der Christopher Street Day Rostock mit dem anschließenden Hafenfest findet am 20. Juli zum 22. Mal statt. Interessierte und Helfende können sich über die Social-Media-Kanäle des Vereins oder unter info@csd-hro.de an den Verein wenden.

Text: CSD Rostock / Foto: queerNB